Das Buch

„Toter Schacht“

von René Seidenglanz, erschienen 2019 im emons Verlag

Spurlos verschwinden 1972 zwei junge Menschen aus einer kleinen Stadt im Erzgebirge. Erst viele Jahre später findet man ihre Leichen in einem verlassenen Bergwerk – fest umarmt und fast vollständig erhalten. War es Mord? Waren die beiden in kriminelle Machenschaften verwickelt? Es gab Gerüchte damals.

Die Geschichte führt zu den Abgründen einer ganzen Gesellschaft und zu einer Familientragödie.

Der gescheiterte Professor Jan Berghaus, ein pedantischer Einzelgänger, der die Menschen nicht mag, weil sie ihn verwirren, gräbt den Fall wieder aus, der seinerzeit für großes Aufsehen gesorgt hat. Für sein historisches Magazin, das keiner liest. Damit es endlich jemand liest.

Gemeinsam mit seiner Tochter, der Außenseiterin Sascha, versucht er, die Hintergründe aufzuklären und einen Mörder zu finden. Er beginnt, sich für die Zusammenhänge zu interessieren und vor allem für die Tote aus dem Bergwerk. Sie war schön, rebellisch, legte sich mit dem System an und hatte doch eine Affäre mit einem jungen Funktionär, der die Enteignung der elterlichen Fabrik vorantrieb.

Nichts scheint zusammenzupassen. Berghaus muss bald feststellen, dass die Geschichte mit rationalen Überlegungen, die er so schätzt, nicht zu erklären ist. Es geht um Liebe, um Verlust und Hass, alles Dinge, die er nur schwer versteht.

Dieser Fall wird alles verändern. Auf der Suche nach Antworten wird Berghaus per Anhalter durch den Süden Kasachstans trampen. Er wird sich in das Bild einer Toten verlieben. Er wird nachts vor dem Schlafzimmer einer nackten Frau lauern. Er wird einbrechen. Er wird sich die Kleinstadt zum Feind machen. Er wird sich prügeln und am Ende beinahe durchdrehen.

Alte Konflikte brechen in der Stadt wieder auf. Berghaus und Sascha sehen sich mit Ablehnung und Hass konfrontiert. Und dann sterben Menschen, die mit den beiden Toten zu tun hatten. Ist der Mörder von damals zurückgekehrt? Oder etwas?

Die Geschichte, die schließlich aus der Tiefe des Berges ans Tageslicht kommt, ist monströs.

Leseprobe

Wer sollte „Toter Schacht“ lesen?

Wer gut gezeichnete Figuren liebt.

Wer keine Zeit verschwenden will.

Wer intensive Krimierlebnisse schätzt.

Wer die Geschichte hinter der Geschichte sucht.

Wer das Erzgebirge kennt.

Wer das Erzgebirge kennen lernen will.